In den folgenden Abschnitten soll es um konkrete Beispiele gehen, bei denen das natürliche Gleichgewicht bis heute bereits so sehr gestört wurde, dass es bereits zu Veränderungen in der Vegetation bzw. sogar zum Aussterben bestimmter Tier- und Pflanzenarten gekommen ist.
Das Alpenveilchen
Nach den Berechnungen einiger Biologen sieht es gar nicht gut aus für das Alpenveilchen. Die zur Pflanzenfamilie der Primelgewächse zählenden Cyclamen gibt es auf der Erde in rund zwanzig verschiedenen Arten, welche ganz natürlich rund um das Mittelmeer und im Osten bis zum Kaspischen Meer gedeihen. Eine ganz vereinzelte Art ist sogar in Somalia zu Hause. Die Forscher verglichen die Daten der heutigen Lebensräume mit der voraussichtlichen Entwicklung dieser Regionen durch die Klimaerwärmung in den kommenden 50 Jahren, um herauszufinden welchen Einfluss das Klima künftig auf diese Blumenarten haben wird.
Es kam das heraus, dass die meisten ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und kühlen, nassen Wintern bevorzugen. Nach Prognosen vieler Experten wird es jedoch vor allem im Mittelmeerraum künftig verstärkt zu Dürreperioden kommen und das ideale Wetter über alle Jahreszeiten für die Alpenveilchen wird immer seltener werden. Bis zum Jahr 2050 könnten die optimalen Bedingungen sogar überall verschwunden sein.
Tiere beginnen "zu wandern"
Am 27.09.2007 wurden vor der Insel Hiddensee an der deutschen Ostseeküste erstmals seit mehreren Jahren Delfine gesichtet. Da der gemeine Delfin (delphinus delphis) normalerweise in wärmeren Gewässern, wie dem Mittelmeer oder der Nordwestküste Afrikas, zu Hause ist, gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Ausbreitung der Tiere in nördlichere Gewässer mit der fortschreitenden globalen Erwärmung zusammen hängt.
Ein weiteres Beispiel für diese tierische Art der Völkerwanderung sind die Bienenfresser.
Der Anstieg des Meeresspiegels
Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist das Niveau der Meere, die Europa umgeben um 10 bis 20cm gestiegen und dieser Trend dürfte sich fortsetzen und sogar verstärken. So rechnen Experten heute damit, dass bis zum Jahr 2050 ein weiterer Anstieg um 10 bis 70cm folgt. Der Anstieg der Wassermassen wird im Norden durch die Hebung Nordeuropas teilweise ausgeglichen werden, während der Süden und die Mitte des Kontinents langsam versinken werden.
Temperaturanstieg
Die Zahl überdurchschnittlich heißer Tage ist in Süditalien in den letzten 50 Jahren kontinuierlich angestiegen. So gab es in der Zeit von 1950 – 1959 knapp 50 solcher Sommertage. In den folgenden 10 Jahren waren es mit über 120 bereits mehr als doppelt so viele. 165 Tage waren es in den 1970ern und schließlich 230 in den Jahren zwischen 1980 – 1989.
Abschmelzen der Polarkappen
Die fortschreitende Eisschmelze zeigt sich am deutlichsten, wenn man das nördliche Polarmeer betrachtet, so erhöht die Klimaerwärmung bereits heute die Befahrbarkeit des Seeweges Nordrußlands. Heute ist dieser etwa fünf Monate im Jahr eisfrei, mit steigender Tendenz, und auch im Winter wird das Eis nicht mehr so dick. Das belegen unter anderem Messungen von amerikanischen U-Booten. Demnach war die Eisdecke des arktischen Ozeans in den 1990er Jahren etwa 40 – 50% dünner als zwischen 1969 und 1975. Auch die Nasa ermittelte anhand von Satellitenaufnahmen der Jahre 1978 bis 1996, dass das Sommereis des Nordmeers pro Jahrzehnt um fast 20% abnimmt.
Grönland's Eisdecke schmilzt und Klima und Vegetation ändern sich
Vor 450 000 Jahren war Grönland voller Wälder mit Schmetterlingen. Daher auch der Name. Grönland ist dänisch und bedeutet "Grünland" Der heutige Eispanzer ist ein Rest der letzten Kaltzeit, welche vor etwa 11500 Jahren endete. Pro Jahr schmelzen heute über 200km² Eis weg. Das entspricht der doppelten Größe von Sylt. 1996 waren es nur halb so viel. Die Temperatur stieg in dieser Zeit um 1,5 Grad. Inzwischen wachsen auf Grönland sogar Kartoffeln und Erdbeeren und der Frühling beginnt zwei Wochen früher. Dieser Vorgang scheint auf den ersten Bild völlig normal zu sein, schließlich ist diese Kaltzeit bereits vorbei und das Grönland-Eis schmilzt nur langsam ab, aber durch den anthropogenen Treibhauseffekt, wird diese Prozess unnatürlich beschleunigt und verstärkt.
Ganze Staaten werden vom Erdboden (genauer vom Wasser) verschluckt
Der Inselstaat Tuvalu liegt im Pazifischen Ozean zwischen Papua Neuguinea und Neuseeland. Dort droht das stetig steigende Wasser des Pazifischen Ozeans die insgesamt neun Inseln zu überschwemmen, wodurch die etwa 11000 Einwohner ihre Heimat verlieren würden. Die Zeichen dafür sind bereits deutlich sichtbar, so gab es in den vergangenen drei Jahren immer wieder Orkane und Flutwellen, die über die Inseln hinweggefegt sind. Die Tuvaluer haben Australien und Neuseeland vorsorglich um Asyl gebeten, wenn ihre Inseln wegen des Klimawandels untergehen sollten.
Tiere vermehren sich unnatürlich
Auf den Kanarischen Inseln kam es im letzten Jahr zu einer Heuschreckenplage, bei der Millionen Wanderheuschrecken in großen Schwärmen nach Lanzarote und Fuerteventura zogen. Statt den Urlaub am Strand zu genießen, mussten die Touristen in ihre Hotelzimmer flüchteten. Auch die Ernte der Bauern war zunichte gemacht.
Kurz zuvor hatten die riesigen Heuschreckenschwärme bereits ganz Nordafrika heimgesucht, bevor sie vom Wind übers Meer getragen wurden. Etwa 100 Kilometer legten die Insekten dabei in ununterbrochenem Flug von der afrikanischen Küste zurück.
Die Wetterkapriolen
Der Hurricane Katrina gilt noch als eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten und der Welt. Er richtete im August 2005 in den südöstlichen Teilen der USA, sehr große Schäden an und erreichte dabei zeitweise die für Stürme stärkste Stufe 5. Zu den damals betroffenen Bundesstaaten gehörten neben Florida, Louisiana und Mississippi auch Alabama und Georgia.
Durch den Sturm kamen etwa 1.800 Menschen direkt und indirekt ums Leben. Der Sachschaden belief sich dabei auf knapp 80 Milliarden US-Dollar. Insbesondere die Stadt New Orleans war stark betroffen. Dort führten zwei Brüche im Deichsystem dazu, dass bis zu 80 % des Stadtgebietes unter Wasser standen.