Bis zum Jahr 2100, also in den nächsten knapp 100 Jahren, soll die Durchschnittstemperatur laut diverser Prognosen um etwa 3°C ansteigen. Das scheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein, bringt jedoch das empfindliche Gleichgewicht von Klima, Ozeanen und Vegetation stark durcheinander. So wird der Meeresspiegel ansteigen, Klimazonen verschieben sich und Vegetationen verändern sich deutlich.
Im Folgenden sollen die möglichen Folgen nach verschiedenen Erdteilen analysiert werden, da davon ausgegangen werden kann, dass unterschiedliche Gebiete auch in unterschiedlichem Maße von der Klimaveränderung betroffen sein werden und schon betroffen sind.
In der Antarktis wird es durch wärmere Luft einen erhöhten Wasserdampfgehalt in der Luft geben, welcher zu einer erhöhten Niederschlagsmenge, sowohl Schnee als auch Regen, führt. Da trotz des Temperaturanstiegs die 0°C-Marke vorerst nicht überschritten, wird die Eisfläche der Antarktis kaum schrumpfen, durch den erhöhten Niederschlag vielleicht sogar zeitweise wachsen.
In den nördlichen Polargebieten sieht die Situation dagegen deutlich anders aus. Hier ist die Luft derart stabil geschichtet, dass die zusätzliche Wärme in den untersten Schichten der Troposphäre verbleibt, was zu einem extremen Temperaturanstieg führt. Im Sommer wird es dementsprechend zu erhöhten Schmelzprozessen auf Grund der höheren Temperaturen kommen. Außerdem wird die eisaufbauende Zeit immer kürzer werden, so dass das Abschmelzen nicht mehr kompensiert werden kann. Dieser Schmelzprozess ist selbstverstärkend. Das heißt, wenn die Permafrostböden in Sibirien und Nordkanada auftauen, wird Methan freigesetzt und der Treibhauseffekt zusätzlich verstärkt. Außerdem wird, solange das Land von Eis bedeckt ist, ein Großteil des einfallenden Sonnenlichts reflektiert und wärmt das Land nicht auf. Sobald das Eis weg ist, wird mehr Strahlung von der dunklen Erde absorbiert und es wird noch wärmer. Deutlich wird dieses Phänomen, wenn man eine geteerte Straße im Sommer berührt. Diese wird von der Sonne auf Grund der dunklen Farbe stark erwärmt. Helle Oberflächen, wie weiße Häuserwände, bleiben dagegen kühl, da sie das Licht und die Wärme der Sonne reflektieren.
In den äquatorialen Gebieten wird der Temperaturanstieg nicht derartig groß sein, da durch die starken Konvektionsbewegungen warme Luft in die höheren Schichten der Troposphäre transportiert wird. Da die wärmere Luft über den tropischen Meeren aber ca. 5-20% mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, wird die globale Erwärmung hier zu mehr Regen in den äquatorialen Savannen- sowie den Monsungebieten führen. Durch die höhere Temperatur entstehen jedoch auch mehr Wirbelstürme, deren Voraussetzung hohe Meerestemperaturen sind. Vor allem in Indien wird es dementsprechend zunehmend Überschwemmungen und Taifune geben. Die Verschiebung der tropischen Regenzone in Afrika nach Norden wird Niederschlag in jetzt trockene Länder wie Tschad, Sudan und Äthiopien bringen.
In den mittleren Breiten wird es weniger wechselhaftes Wetter geben, da der Temperaturunterschied zwischen den Polar- und Äquator nahen Gebieten abnehmen wird. Der Anstieg des Meeresspiegels wird jedoch zu Überflutungen vieler Küstenregionen und Großstädten führen. Als Beispiel einigen sich hierfür vor allem die Niederlande, da beinahe ihre komplette Fläche unterhalb des Meeresspiegels liegt. Allein der geringste Anstieg des Wassers kann hier zu einer Katastrophe führen. Außerdem werden sich mehr und mehr tropische Wirbelstürme in die gemäßigten Breiten „verirren“. Durch die polwärtige Ausdehnung der Subtropenhochs wird es in den gemäßigten Breiten insgesamt weniger Niederschlag geben und große Gebiete werden versteppen. Die Mittelmeerregion wird sehr viel trockener werden und verwüsten. In Russland und Kasachstan wird es durch die Erwärmung zwar eine längere Wachstumsphase geben, dafür muss umso mehr bewässert werden. Die nördlicheren Gebiete, die dann wärmer sind, haben schlechtere Bodenqualität und sind deswegen auch schlecht zu bewirtschaften.
Abschließend soll jedoch noch einmal darauf hingewiesen werden, dass es kaum möglich ist vorherzusagen, wie stark und in welcher Weise sich das Klima und damit das Leben auf der Erde langfristig verändern wird. So kann es auch passieren, dass sich ganz Europa extrem abkühlt. Zurzeit wird Europa durch den Golfstrom – einer warmen Meeresströmung – stark erwärmt. Deshalb ist es beispielsweise in Kanada trotz gleicher geographischer Breite viel kälter. Aus den schmelzenden Gletschern gelangt Süßwasser in die Meere und der Salzgehalt der Meere sinkt. Der Antrieb des Atlantikstroms ist aber der Dichteunterschied von warmen und kaltem, mehr und weniger salzigem, Wasser und die daraus folgende Auf- oder Abwärtsbewegung des Wassers. Durch das zusätzliche Süßwasser könnte der Golfstrom abbrechen und kein warmes Wasser würde mehr vor die westeuropäische Küste gelangen, was ein kälteres Europa zur Folge hätte – möglicherweise würde dann in Europa eine Eiszeit folgen.
